Kalte Nahwärmenetze auch bei uns?

8. Juni 2026 0 Von Klimabuendnis

Das Klimabündnis informiert über ein Projekt in Bremen

Kalte Nahwärme – ein verspäteter Aprilscherz? Überhaupt nicht! Bei Fern- oder Nahwärme kommt das warme oder heiße Wasser von einer Zentrale in die Häuser. Bei der kalten Nahwärme kommt kaltes Wasser von etwa 5–15 °C in die Häuser und wird dort mit einer Wasser-Wärmepumpe so weit erwärmt, wie nötig. Der große Vorteil liegt darin, dass es keine Wärmeverluste im Leitungssystem gibt. Im Gegenteil: Es gibt sogar Wärmegewinne, insofern das Wasser in der Leitung von der Umgebung noch etwas erwärmt wird. Die Leitungen sind nicht wärmegedämmt.

Es müssen jedoch Sonden gebohrt werden, ca. 100 bis 150 Meter tief. Die Anfangsinvestitionen sind hoch, der Betrieb jedoch günstig. Es werden keine Umlaufpumpen benötigt. Das Wasser wird nur durch die Wärmepumpen in den einzelnen Häusern weiterbewegt. Dadurch ist die Wartung gering. Es ist auch kein Messsystem nötig, um zu wissen, wie viel Wärme man entnommen hat. Man zahlt nur eine Gebühr für den Anschluss, entsprechend der Kapazität der Wärmepumpe im jeweiligen Haus. Wasser-Wärmepumpen halten länger als Luftwärmepumpen und das gesamte Rohrsystem noch viel länger, sodass das Heizen im Laufe der Zeit billiger wird.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man im Kleinen, also mit wenigen Häusern, die diese kalte „Wärme“ nutzen wollen, anfangen und dann schrittweise das Netz vergrößern kann, wenn weitere Verbraucher:innen in der Umgebung diese Wärmeversorgung nutzen wollen.

Gleichzeitig kann man mit einem solchen System auch im Sommer die Wohnungen, wenn auch eingeschränkt, temperieren.

Mehr verbreitet sind solche kalten Nahwärmenetze im ländlichen Raum. In Bremen will man flächendeckend solche Netze einführen. Dort ist es eine Genossenschaft, die diese Projekte vorantreibt.

„Ein spannendes Modell“, so Otto Merkel vom Klimabündnis, „weshalb wir zumindest mal diese Idee hier verbreiten wollen. Es könnte für den ländlichen Raum interessant sein, aber auch vielleicht für die engen Innenstädte, die wir hier haben und in denen nicht einfach jeder Hausbesitzer sich eine Wärmepumpe in den Vorgarten stellen kann, weil es diese Vorgärten gar nicht gibt.“

Philipp Metz aus Bremen wird am Donnerstag, 2.Juli um 19.30 Uhr online berichten und zur Diskussion zur Verfügung stehen. Alle Interessierten sind eingeladen! Zugangsdaten unter info@klimabuendnis-bergstrasse.de