Energy Sharing – eine coole Idee!

31. Mai 2026 0 Von Klimabuendnis

Einfach selbst erzeugten Strom mit Nachbarn teilen…

Von Energy Sharing spricht man, wenn der Besitzer oder die Besitzerin einer Solaranlage ihren nicht selbst verbrauchten Strom über das Netz an eine andere Person verkauft. Gebräuchlich ist, dass man eine Gemeinschaft bildet und für etwa 10 Cent die kWh den Strom an andere verkauft. Es kommen dann ca. 19 Cent Steuern, Netzabgaben usw. dazu und der Verbraucher oder die Verbraucherin zahlt dann etwa 29 Cent für die kWh.

Der Referent Nikos Vormwald von der Energiegenossenschaft Darmstadt berichtete über ein funktionierendes Modell im Darmstädter Raum. Um an der Heinergy Stromcommunity teilzunehmen, muss man sich bei http://www.heinergy.de/ als Stromlieferant anmelden. Dieser arbeitet mit mehreren Energiegenossenschaften zusammen (Darmstädter Energiegenossenschaft, Energiegenossenschaft Groß-Umstadt, Bürgerenergie im Landkreis Aschaffenburg und der Bürgerenergie Bachgau). Man kann teilnehmen, auch wenn man weiter weg wohnt. Das Projekt wurde letztes Jahr gegründet und hat bisher 32 Teilnehmer:innen.

Leider lassen sich die Netzabgaben nicht vermeiden, egal, ob man den Strom an einen direkten Nachbarn oder an die Tochter in Berlin abgibt. Das hat politisch-regulatorische Gründe. Das Verteilen von Stromenergie an Nachbarn in der Umgebung ist offensichtlich nicht erwünscht ist. In der Schweiz, Österreich oder Spanien gibt es viel günstigere Regelungen.

Technisch funktioniert die Sache so, dass man einen Lesekopf auf seinen digitalen Zähler setzt – es ist kein Smart Meter nötig – der mit WLAN und Internet die gemessenen Stromdaten weiterleitet. Gemessen wird jede Minute und für jede Viertelstunde werden die Produktion und der Verbrauch festgehalten. Man braucht also WLAN (auch ggf. im Keller!), USB-Strom und eine PIN. Der Lesekopf kostet 89 € oder 3,90 monatliche Miete.

Man legt selbst den Stromverkaufspreis fest. Man kann auch unterscheiden, wem man zuerst den Strom abgibt, wem nur dann, wenn noch welcher übrig ist, man kann auch unterschiedliche Preise für verschiedene Personen in der Community festlegen.

Finanziell lohnt sich das Ganze nur knapp, weil die Abgaben so hoch sind. Am ehesten lohnt es sich, wenn man ganz geringe oder gar keine Einspeisevergütung mehr bekommt. Wenn man mehr als 11,8 Cent bekommt, lohnt es sich definitiv gar nicht.

Die in Bensheim neu gegründete Energiegenossenschaft BürgerEnergie BensheimBergstraße e.G. arbeitet daran, gemeinsam mit der GGEW ein ähnliches Modell aufzubauen.