Thema Wärmepumpen stößt auf enormes Interesse

11. Juli 2023 0 Von Klimabuendnis

Vortragsveranstaltung beim Klimabündnis Bergstraße zur Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden / Rekord-Teilnehmerzahl von 85 Interessierten

Enormen Zuspruch fand der Vortrag über „Nachhaltiges Heizen: Wärmepumpen in Bestandsgebäuden“ bei einer Online-Veranstaltung des Klimabündnis‘ Bergstraße. Der von Dr.-Ing. Peter Klafka (Scientists for Future Aachen) verfasste Vortrag wurde von Dr.-Ing. Sebastian Valouch, aktiv bei den Engineers for Future und den Parents for Future Lampertheim, kompetent präsentiert. 85 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil.

Zuerst ging Valouch auf einige Mythen ein, die über Wärmepumpen existieren. So wird häufig behauptet, Wärmepumpen würden nur im Neubau und nur mit Fußbodenheizung funktionieren. Richtig ist, dass Wärmepumpen auch in Bestandsgebäuden sinnvoll einsetzbar sind und eine Fußbodenheizung nicht notwendig ist. Weiter wird gelegentlich behauptet, Geothermie-Wärmepumpen seien immer effizienter als Luft-Wärmepumpen. Richtig ist vielmehr, dass Luft-Wärmepumpen genauso oder sogar noch effizienter sein können als Geothermie-Wärmepumpen. Die Behauptung, Luft-Wärmepumpen seien zu laut für ein Wohngebiet, stimmt ebenfalls nicht. Die Entwicklung der Wärmepumpen hat enorme Fortschritte gemacht. Sie sind sehr leise geworden, so dass sie in Wohngebieten nicht stören. Auch die Idee, dass Wärmepumpen nur im komplett energetisch sanierten Haus funktionieren, stimmt inzwischen nicht mehr. Natürlich ist Dämmung in jedem Fall von Vorteil, wie bei Öl- und Gasheizungen auch, aber Wärmepumpen können auch ungedämmte Häuser beheizen.

Der klimaneutrale Strom für die Wärmepumpen muss ganz überwiegend aus Windkraft kommen, stellte der Referent klar. Denn im Winterhalbjahr, wenn wir heizen, gibt es mehr Wind. Strom aus Photovoltaik hingegen gibt es viel mehr im Sommer.

Auch über weitere Alternativen zum Heizen wurde bei der Veranstaltung diskutiert. Wasserstoff zum Heizen einzusetzen, ist laut Valouch ineffizient und daher eindeutig nicht sinnvoll. Zur Erzeugung von Wärme unter Einsatz von grünem Wasserstoff in einer Gasheizung wird im Vergleich zu einer Wärmepumpe das Achtfache an

Strom benötigt. Wasserstoff wird außerdem auf absehbare Zeit sehr teuer sein und deshalb für Industrie, Stahlwerke oder Dunkelflaute-Zeiten gebraucht. Ähnlich ist es bei E-Fuels, die für Flugzeuge gebraucht werden. Fernwärmenetze wiederum sind sinnvoll in dicht bebauten Städten. Für die vielen Einzelhäuser sind Wärmepumpen am sinnvollsten.

„Die Funktionsweise der Wärmepumpe erleben Sie tagtäglich. Denn ich behaupte, jeder von Ihnen hat eine Wärmpumpe. Sie haben nämlich einen Kühlschrank“, so Sebastian Valouch. Günstig für den Einsatz einer Wärmepumpe seien vergleichsweise große Heizkörper, da dann eine geringere Vorlauftemperatur ausreicht. Eine weitere Besonderheit der Wärmepumpe liegt darin, dass es gut ist, wenn die Differenz von Vorlauf- und Rücklauftemperatur möglichst gering ist. Deshalb sollte das Wasser relativ zügig und ungehindert zirkulieren. Weiterhin ist es sinnvoll, wenn sich die Wärmepumpe möglichst selten an- und ausschaltet, da sich sonst die Lebensdauer des Kompressors verkürzt.

Viele Teilnehmende der Veranstaltung bedankten sich am Ende für den hervorragenden Vortrag. Wegen des außergewöhnlichen Zuspruchs wird der Vortrag in einer ausführlicheren Version am Montag, 24.07.23 um 20 Uhr online wiederholt. Interessierte erhalten die Zugangsdaten auf Anforderung per E-Mail unter info@klimabuendnis.bergstrasse.de. Außerdem ist die Veröffentlichung eines Video-Mitschnitts des Vortrags auf YouTube geplant.